Kritiken und Presseberichte:"Kirchenprogramm"
Diverse Kritikausschnitte zum Kirchenkabarett:
Zum speziellen Kirchenprogramm: 

Der  Kabarettist  verstand  es,  Hintergründiges  mit  einer Menge  von Lachern zu verbinden,  so  dass der  Auftritt zu einem
Höhepunkt der evangelischen Kulturwoche wurde … Seine stete  Kommunikation  mit  dem  Publikum  trägt  zur  Situations-
komik  und  Schlagfertigkeit   bei. … Immer  wieder  greift  er  in  die  Tasten  und  bringt  zu  aktuellen  sozialen   Problemen
musikalische   Lösungen… Als  ehemaliger  Organist  hatte  er  natürlich  viele  Tipps  parat,  wie  man  dem  schwindenden
Kirchgängertum begegnen könnte.  Paulusbriefe als E-Mail oder Schlagersongs in Kirchenlieder verwandelt,  die  Liste  der
Vorschläge nahm nich t ab,  konkret  auf  dem  Klavier  begleitet … Dass  solche  Unterhaltungskunst  teilweisen  stehenden
Beifall bekam, war  nur natürlich. 
(Mittelbayrische Zeitung, 24.11.05) 

Ungeniert traf er ein  ums  andere  Mal  mit  seinem  schier  unerschöpflichen  Redefluß  ins  Schwarze … Durch  verblüffend
fließende Wechsel von Dialekt, Mimik und Gestik,  Stimmlage und Ausdrucksweise schlüpfte das Saarländer Lästermaul  in
Sekundenschnelle   in  immer  wieder  andere  Charaktere  und   verkörperte  quasi   eine  ganze  Schar  unterschiedlichster
Personen. 
(Dieburger Anzeiger, 20.1.06) 

Der sprach-  und dialektversierte Musikkabarettist Detlev Schönauer … Plaudereien über Unterschiede ziehen  sich wie ein
roter  Faden  durch  das  Programm:  zwischen  Katholiken  und  Protestanten,  Männern  und Frauen, Eltern und Kindern …
Immer  wieder wechselt der geschickte Sprachimitator in rascher Folge den Zungenschlag.  
(Darmstädter Echo, 20.1.06)

Das Publikum ließ durch seine Reaktionen und den  spontanen  Beifall  schnell  erkennen,  daß  die  Ökumenische  Männer-
gruppe Neckarelz mit  Schönauer  die  richtige  Wahl  getroffen  hat… Auch  bei  bekannter  Thematik  setzt  Schönauer  mit
seiner umwerfenden Mimik, seinem schauspielerischen Talent,  der  Beherrschung  vieler  Dialekte,  seiner  Imitationskunst,
seinem gesanglichen Können und seiner Brillanz am Klavier neue  überraschende  Akzente … Basis   für  seinen  Erfolg  ist
aber auch die Gabe, große und kleine Begebenheiten, Unebenheiten und Skurrilitäten im menschlichen Leben aufzuspüren
und   mit  den  genannten   Begabungen  unnahahmlich  aufzubereiten … Schönauer   hatte  sein  Publikum  gut  im  Griff,  er
reagierte schlagfertig auf Zwischenrufe oder auf Antworten aus dem Saal. 
(Badische Zeitung, 12.11.05) 

Zum Highlight-Programm, bei dem auch Kirchenkabarettnummern gespielt wurden:
Im   Publikum  hatte  Schönauer   inzwischen   den   Lampertheimer   Pfarrer   Peter  Hammerich  erspäht,  dem  er   prompt
Vorschläge zur modernen musikalischen Ausgestaltung des  Gottesdienstes  machte.  "Beginnen  Sie  ihren  Auftritt  in  der
Kirche doch mal mit Nebel und Stroboskop,das wirkt!" riet er dem Geistlichen Rat. Die Zuschauer tobten.
(Mannheimer Morgen, 16.1.03)

Das sind seine größten Stärken: die Vielseitigkeit und die Beherrschung  vieler  Musikinstrumente,  zahlloser  Dialekte.  Für
Risiken  und Nebenwirkungen fragen Sie lieber Ihren Arzt und Apotheker! 
(Rheinpfalz 10.2.03) 

Von  Inhalt  und  Darstellung  her  braucht  der  gelernte  Diplomphysiker  keinen  Vergleich  mit der oberen deutschen Klein-
kunstriege zu scheuen.  Souverän  und  elegant  meisterte  er  die  Klippen  seines  Programms  und  transportierte  herrlich
hinterlistig  bösartige  Wahrheiten  ins Ohr seiner Fans.  Dabei entfernte er sich immer  mehr von seiner Erfolgsfigur Jaques
und wechselte gekonnt in diverse Rollen und Dialekte - angefangen  beim  literarischen Altmeister Reich-Ranicki  bis  hin zu
Jupp,  den  Berliner   Kirchenkritiker. … Nicht  zu   vergessen  die  beachtlichen  musikalischen   Nummern,   mit   Sicherheit
Glanzpunkte des Abends. Und das Wichtigste: Detlev Schönauer ist herrlich politisch geworden.  In seiner ebenso  direkten
wie liebenswerten Art vermittelte der Wirt vom St. Johanner Markt eine gehörige Portion provokanter Thesen, die garantiert
Anlass zu heftigen Diskussionen geben können. Mit Sicherheit aber ist seine Botschaft von Toleranz  und Mitmenschlichkeit
gehört und verstanden worden. Das wird den Künstler freuen. 
(Rheinpfalz 2.10.01)

Bereits seit dem Jahr 1992  gibt   das  saarländische  Allround-Talent  Schönauer,  der  bereits  eine  Karriere  vom Diplom
physiker bis zum Kirchenmusiker hinter sich hat,  den Kneipier,  der dem Volk aufs Maul schaut.  Und  das   tut  er gründlich;
liebevoll und bissig, ohne Leerlauf und ohne Zögerlichkeiten…. So der zukunftskritische Tenor der zweiten Programmhälfte,
in der Detlev Schönauer wahre  Meisterschaft   in  der  Nachahmung  deutscher  Dialekte  bewies  und  seine  pianistischen
Qualitäten bei einem Parforceritt durch kindgerechte aufbereitete Sakralmusik heraus stellte. 
(Rheinpfalz 2.10.01)

Vor Schönauers Imitationstalent ist niemand sicher,  Marcel Reich-Ranicki  ebenso  wenig  wie  Konstantin Wecker.  Dabei
bringt Schönauer die Körpersprache seiner Promi-Opfer genauso überzeugend rüber wie die Dialekte, für die er eine ganz
besondere  Begabung  hat. … Als  Jacques' Freund   Jupp   versucht  er  im  breitesten  Berlinerisch,  Gottesdienste  etwas
zeitgemäßer zu gestalten. "Brief des Apostel Paulus an die Epheser? Welches  Kind kennt denn noch Briefe?" So gestaltet
Jupp flugs die fromme Lesung in eine "eMail von Paulus"  um - zur  Melodie  von "Biene Maja". Die begeisterten Zuschauer
honorierten die Idee mit Szenenapplaus, ebenso  wie  den  sprachlich  und  mimisch  perfekten  Konstantin-Wecker-Beitrag
"Sie ham den Jesus erschlag'n".        
(Rheinpfalz 11.3.02) 

Jacques sprudelt nur so los,  plaudert über Gott und die Welt  und entpuppt sich dabei als scharfer Beobachter: sein Tempo 
ist mitreißend und schon nach den ersten Minuten  kringeln  sich  die  Zuschauer  vor  Lachen. … Schönauers  Spontaneität
reißt das Publikum mit, sein virtuoser Witz, sein sicheres Gespür für Pointen treffen genau den Nerv der Zuschauer, die sich 
mit donnerndem Applaus und Jubelrufen bedankten. 
(Rheinpfalz 5.5.03)        

Schönauer präsentierte sich als kabarettistisches Multitalent, das sich  gleichermaßen  souverän  am  Klavier  austobte  und
mit seinen Mundartkünsten von Hamburg bis Wien dem Wort Dialektik eine neue Bedeutung gab,.
(Rhein-Zeitung  Koblenz)

 professionelle Standup-Comedy, 
(Darmstädter Echo, 1.3.05)

Um es mit Jacques zu sagen und ganz ohne Übertreibung: Ein saustarker Auftritt.       
(Wiesbadener Kurier, 27.5.06)

Gnadenlos gut parodiert Schönauer… 
(Süddeutsche Zeitung) 

Überaus geistreiches, nie niveauloses und zugleich witzige Kabarett        
(Rheinpfalz) 

 

Interview Kirchenzeitung
Was ist für Sie Kabarett?   Was zeichnet es aus gegenüber dem,  was  heutzutage  unter dem  Begriff "Comedy"
verbreitet ist? 

Kabarett  gibt  es  schon viel länger als  Comedy und in  ersterem geht es  vornehmlich um  die satirische  Aufarbeitung des
gesellschaftlichen  Miteinanders.  Also im Grunde um Gesellschaftskritik  -  und das kann  auch  politisch sein.  Comedy  hat
diesen Anspruch nicht,  sondern  ist für mich eher reines Witze-Erzählen.  Daher  sehe  ich  mich auch eher als  Kabarettist -
das  war ja auch schon so, als es die Gattung "Comedy" noch gar nicht gab. 

Humor - was ist das?  Ernst und Humor - ein Gegensatzpaar,  wie man oft  vermuten könnte?  Geht Humor ohne
Ernsthaftigkeit? Wie gehören die beiden zusammen?        

Beide gehören unzertrennlich  zusammen. Nur  wenn  man  ernsthaft  genug  über  das  Leben  und  seine  Zusammenhänge
nachdenkt,  kann  man  überhaupt  den  Humor  darin  erkennen  und  schätzen.  Und der Humor ist wichtig,  damit man nicht
alles allzu ernst nimmt.

Wie kamen Sie auf die Idee, spezielle Kirchenkabarettprogramme zu entwickeln? 

Da ich schon immer viel  mit  der Kirche  zu  tun  hatte  (u.a. als Kirchenmusiker),  fand ich  dort sehr  viele  Ansatzpunkte  für
kabarettistische Ausflüge.  Gerade in einer Kirchengemeinde, einem ganz speziellen Mikrokosmos, da geschieht so vieles,
das einfach nach Satire schreit.  Aber auch in  den  sehr  konservativen  Strukturen  und  festgefügten  Formen innerhalb der
Kirche findet man - wenn man es mit unseren  heutigen Augen sieht - sehr viel  Verblüffendes, Kurioses  und auch  Witziges.
So gab es in  meinen  Kabarettprogrammen  immer   wieder  Nummern,  die  sich  mit  Religion,  Kirche,  Zivilcourage  oder
Mitmenschlichkeit    auseinandersetzten  und   diese  habe  ich  dann  irgendwann  einmal  zu  einem  speziellen  Programm
gebündelt.  Das habe  ich dann Kirchengemeinden angeboten,  um es bei und  mit ihnen aufzuführen,  und  auch,  um  damit
Menschen zu erreichen, die sonst eher weniger ins Kabarett gehen würden. 

Was meinen Sie: Hat Gott  Humor? 

Oh ja, ganz gewiss… und eine  gehörige  Portion  hat  er  uns  davon  mitgegeben.   In meinem Programm  würde  ich  dazu
sagen: "Unser Gott muss viel Humor gehabt  haben - schaut mal: er hat ja auch Mainzer erschaffen!" 

Ihre persönliche Beziehung zur Kirche?  Sind Sie  "praktizierender Katholik"  und was verstehen Sie  darunter?
Was bedeutet Ihnen der christliche Glaube im Alltag, im Familienleben?  Wie zeigt sich das? 

Ich bin zwar ein gläubiger  Mensch,  wenngleich  mein  Glaube  nicht  in  allem  übereinstimmt,  was  die  katholische  Kirche
darunter versteht,  aber als "praktizierenden Katholiken" würde ich mich nicht bezeichnen. Ich  bin eher ein  "praktizierender
Christ". Das bedeutet für mich: mir ist es  viel wichtiger, für andere Menschen da zu sein,  Armen und Hilflosen zu helfen und
mit ihnen zusammen zu sein, als in der Kirche zu sitzen und Gott zu  huldigen. Er weiß sowieso, wie ich zu ihm stehe. Leider
gibt es viel zu  viele  Mitchristen,  die glauben,  damit,  dass sie ein  paarmal in die Kirche  gehen, hätten  sie  ihr  Soll  erfüllt
und könnten dann im täglichen Leben wieder ihrem Egoismus, ihrer Selbstherrlichkeit und ihrer Intoleranz frönen. Ich glaube
nicht,   dass  Jesus  das  so  gewollt  hätte.  Christlich  zu  sein,  so  wie  Jesus  das  ursprünglich  meinte,  bedeutet  einfach:
versuche,  alle  Menschen so  zu  behandeln,  wie  Du von ihnen behandelt werden willst. Sei bescheiden,  tolerant und sehe
Dich selbst nicht so wichtig. Wenn jeder so leben  würde,  dann  hätten  wir  das  Paradies  auf  Erden.  Leider  hat  sich  die
Institution "Katholische Kirche"  von  solchen  Werten wie  Toleranz,  Bescheidenheit  und  Selbstlosigkeit  schon  vor  vielen
Jahrhunderten immer mehr verabschiedet.        

In meinem Programm  gibt es eine Stelle,  wo es überspitzt heißt: " schade,  dass  es  so  viele  Menschen gibt, die meinen,
wenn sie nur  regelmäßig  in die  Kirche gehen,  dann reicht das für ihr Seelenheil.  Und dann gehen sie wieder nach  Hause
und verkloppen ihre Kinder!" 

Und wie viele  gehen  in  den  Gottesdienst,  ohne sich  überhaupt darüber  Gedanken zu machen:  "Ei,  das  war  halt  schon
 immer so!"  So sehe ich auch  den  Kirchenbesuch  in  meinem  Programm  immer etwas  kritisch:  "Schaut  mal,  unter  der
Woche - in  der  Frühmesse: kein  Mensch  da. Und  Sonntags?   Naja,  ein  paar  ältere  Mütterchen.  Und  warum? Weil der
Doktor  zu hat!" 

Sie haben erklärtermaßen weniger das "Kirchenpolitische" und "Institutionelle"   im Blick - worum geht es Ihnen
dann?  Sind Sie generell der Meinung,  dass  Kritik an der Institution nicht Aufgabe  des Kabaretts ist?  Oder  gar 
überhaupt nicht geäußert werden sollte? 

Oh doch, Kritik sollte, ja sie muss immer geäußert werden, gerade im Kabarett.  Aber es gibt Kollegen, die die Kritik an der
Institution viel besser üben können als ich.  Natürlich  gibt  es  bei mir auch kritische Äußerungen über die  Kirche,  wenn ich 
z.B. erzähle, wie ich als Kind die Kommunion empfunden habe. Als Erinnerung an das  Letzte  Abendmahl: "Jesus,  der  mit 
seinen Jüngern ärmlich gewandet am wackligen  Holztisch saß, Lehmbecher mit Wein, ein bisschen Brot… und was daraus
dann geworden ist: unser Pfarrer hatte einen großen Kelch aus Gold. Nix Holztisch: ein Altar aus Marmor, Brokatgewänder..
 tja, da sieht man, was 2000 Jahre  Kirchensteuer alles ausmachen!" 

So gibt es auch Kritik am Papst. Denn ich habe, als aufrechter  Demokrat,  durchaus  mein  Problem  mit  der  sogenannten
Unfehlbarkeit und das klingt auch in meinem Programm an:  "Jesus  wünschte  sich  ja  einen  Stellvertreter auf Erden, einen
Heiligen Vater, und der sollte wohl unfehlbar sein… naja, da hat Jesus unseren Papst Benedikt noch nicht gekannt…".

Auch  auf  die  Missbrauchsfälle  gehe  ich  kurz  ein.  Vor  allem  auf  den  innerkirchlichen  Umgang  damit: Vertuschung  ist 
absolut keine Lösung,  war aber bislang immer der bequemste Ausweg - und das rächt sich jetzt.        

Wo ist für Sie die Grenze?  Gibt es Themen, die der Kabarettist nicht anpacken soll?   Ist  überhaupt  kein Thema 
tabu? 

Kabarett ist immer ein Spiegel  des  Lebens und  da es im  Leben keine  Tabus gibt,  so muss es auch im Kabarett   keines
geben. Es kommt immer darauf an,  wie man mit den Themen umgeht.  So  wird bei mir  neben  solch erfreulichen Anlässen
wie z.B. Hochzeit selbstverständlich  auch  das Sterben  und der  Tod  thematisiert.  Nur  weil  manche  Menschen,  vielleicht
aus Angst davor, von ihm nichts wissen wollen: er gehört zum Leben dazu  wie die Geburt. 

Macht es die Kirche den Kabarettisten besonders leicht (oder  besonders schwer)? Oder beides? 
Wie auch immer die Antwort ausfällt: Woran liegt es? 

Die Kirche als Institution macht es dem Kabarettisten  tatsächlich sehr leicht.  Viele Kirchenoberen verhalten sich  ja  ähnlich
 dilettantisch  wie  Politiker  und  sind  dadurch  natürlich  auch  eine  sehr  leicht  Zielscheibe  für  Spott  aller  Art. Und  dafür
braucht's noch nicht einmal einen Bischof  Mixa…  Und  auch die "Schäfchen", die ja eher mein Thema sind,  sind dankbare
Ziele für Satire.  Allein,  wie  jeder  von  uns  mit  seinen  kleinen  Sünden  und  Verfehlungen  umgeht, das   schreit geradezu
danach, verulkt zu werden. Generell  kann man sagen, dass gerade Tabu-Themen immer dankbare Kabarett-Inhalte sind.
Und davon gibt es in der Kirche mehr als genug. 

Ein bisschen zum Lebenslauf: Sie sind in Mainz geboren - was hat Sie hier weggeführt? 
Welche Verbindungen bestehen noch? 
Auftritte in der Heimatgemeinde Mariä Himmelfahrt in Weisenau  - seit wann? 
Erinnerungen/Anekdötchen aus dem Leben in Mainz, in Weisenau?       

Ich  bin Mainzer,  in Mainz geboren und  aufgewachsen und  erst durch das Studium  "in die Welt gezogen". Ich komme aber
immer wieder gerne zurück, vor allem, weil meine Eltern noch in Mainz leben und auch  sonst noch einige Kontakte zur alten
Heimat bestehen. Meine Heimatgemeinde Mariä Himmelfahrt Weisenau habe ich nach  langer Zeit wieder mal als Kirchen-
kabarettist besucht, indem  ich dort mit großem  Erfolg  mein Programm  "Das schreit doch zum Himmel"  präsentiert  habe.
Natürlich gibt es viele Erinnerungen an meine Heimatgemeinde,  vor allem  meine Zeit als Kommunionkind ist mir noch sehr
präsent. Und davon erzähle ich dann ganz ausgiebig - nämlich in meinem Programm. 

Zur Physik: Erleben Sie eine problematische Spannung zwischen Naturwissenschaft und Glaube? 

Nein, das eine schließt das andere nicht aus… schön ist, dass sich auch Gott bei  seiner Schöpfung  an  die  physikalischen
Gesetze gehalten hat…  oder sie vielleicht erst einmal schöpfen musste. 

Hat es Ihnen je leid getan, den Beruf des Physikers fürs Kabarett aufgegeben zu haben? 

Nein,   Physik  ist  sehr  interessant,   das  sehe  ich  auch  heute  noch  so,   aber  mehr  Freude  macht  mir,   mit  Menschen
umzugehen. Und wenn ich immer wieder erlebe, wie  schön es ist,  gerade in unserer heutigen Zeit,  Menschen zum  Lachen
bringen  zu können, dann habe ich damals genau die richtige Entscheidung getroffen.        

Vermissen Sie manchmal die Kirchenmusik? 

Das schon eher.  Hören kann man  sie immer mal - das tue ich auch ausgiebig.  Aber das Praktizieren  fehlt mir  schon sehr.
Ich leitete 8 Jahre  lang  einen  Katholischen Kirchenchor  mit großer Freude.  Da habe ich nicht nur musikalisch viel  gelernt,
sondern auch menschlich… und  viele Themen fürs Kirchenkabarett entdeckt.  Aber etwas kirchenmusikalische Praxis  habe
ich mir doch noch erhalten: in meinen  Kabarett-Programmen  gibt es immer mal was  davon zu hören - satirisch  aufbereitet
natürlich. Soweit mir bekannt ist, bin ich der Einzige, der musikalisches Kirchenkabarett  anbietet.

Wenn ich etwas nicht gefragt habe, das Sie gern den Kirchenzeitungs-Lesern  vermitteln möchten - bitte sehr!

Ja: ich spiele mein  musikalisch-satirisches  Kirchenkabarett-Programm  in  jeder  interessierten  Kirchengemeinde.  Ob  im
Gemeindehaus oder auch in der Kirche selbst.  Der Aufwand ist  minimal und das Finanzielle  gestaltet  sich sogar so,  dass
der Gemeinde absolut keine  Kosten entstehen,  im Gegenteil:  an  jeder  Eintrittskarte  verdient  sie  mit.  Und  wenn  ich  im
Kirchenraum spiele, dann gibt es bei mir sogar immer noch eine Kollekte für die Gemeinde…  und  da  ist  schon sehr vieles
zusammengekommen. Da mein Programm in den bisher mehr als 100 Gemeinden,  in denen ich es präsentiert  habe,  stets
sehr gut angekommen ist, wurde ich mit meinem zweiten Teil  "Selig sind wir Armen im Geiste"  in vielen dieser Gemeinden
gerne auch wieder eingeladen.

 Informationen gibt es unter: www.schoenauer.de 

Auftritte: Sa, 28.8., 20 Uhr, Frankfurt, ev. Kirchengemeinde Am Bügel 
So, 29.8., 18 Uhr, Bad Vilbel, Kirchengemeindehaus Arche 
Fr, 29.10., 20 Uhr, Remscheid, Klosterkirche Lennep        
a, 30.10., 19.30 Uhr, Mainz-Weisenau, Kath. Gemeindehaus 

 

 

 

 

 

1. SEPTEMBER 2008 

Detlev Schönauer zu Gast in Massenheim
Der   Mann,  der  da  so  zielstrebig  den  Altar-Raum  betritt,   hat  keine  Predigt  vorbereitet.   Und  er  trägt  kein
historisches Instrument bei sich,  um gleich  den Raum  mit  barocken Klängen  zu füllen.  Detlev Schönauer ist
zwar ursprünglich in der Tat Kirchenmusiker,  doch die "Massenheimer Kultur-Szene"  (MAKS)  hat  ihn  für ein
"musikalisch-satirisches   Kirchenkabarett"   eingeladen.   Die   meisten   Besucher  in  der  bestens  besuchten
evangelischen   Kirche   kennen   ihn  offensichtlich,  denn  seine  zahlreichen   Anspielungen   und   Zwischen-
bemerkungen zünden treffsicher. Schönauer tritt regelmäßig als Bistro-Betreiber Jaques in der  SWR-Sendung
"Spaß aus Mainz" auf und hat sich einen gewissen Kultstatus erworben. 

Jaques ist vor vielen Jahren nach Deutschland,  allerdings nicht  besonders  weit,  sondern  gerade  einmal  ins
Saarland gekommen. Dort hat er sich niedergelassen,  gleich neben einer Kirche ein Bistro eröffnet und seinen
Gästen so manche Schrulle abgeschaut.  Schönauer bleibt  zwar  nicht konsequent in seiner Rolle,  doch seine
Ausflüge  vom  radebrechenden  Franzosen  zum  nicht  gerade  sprachbewanderteren  Saarländer  nimmt  ihm
keiner krumm.  Auch dass er sich nicht streng an die Vorgabe eines "Kirchenkabaretts" hält,  spielt keine Rolle.

Seine Späße haben Stammtisch-Niveau,  allerdings in durchaus wohlmeinendem Sinne.  Er greift  Themen  auf,
die überall verhandelt werden könnten.  Warum also nicht auch in der Kirche.  Mit  dem  Glauben  an  sich  ist er
auch ganz einverstanden.  "Es  ist  praktisch,  wenn  man  gläubig   ist,  dann  hat  man  immer  einen,  der  dran
schuld ist", freit er sich mit dem Publikum. Und er überrascht  die Kirchgänger  mit  einem  ganz  eigenen  Blick
in die Bibel. "Weil Moses ein Mann war,  haben die Israeliten 40 Jahre gebraucht",   ist er  überzeugt. "Eine Frau
hätte nach dem Weg gefragt und wäre in zwei Jahren angekommen", grinst er bübisch. Die lästige Warterei auf
Moses und die zehn Gebote vor dem Berg Sinai wäre in Zeiten von E-Mail-Kommunikation  wohl auch entfallen,
glaubt er. 

Besonders die  katholischen Bräuche  haben es ihm angetan.  "Der Beichtstuhl ist wie eine Dusche",  meint  er.
"Das ist  richtig toll,  danach  kann  ich  wieder  von  vorne  anfangen", missversteht  er das Ritual mit geradezu
diebischer Freude. Seine Vision in Sachen Buße: Eine Art "Drive-in" mit Sonderangeboten. Zwischendrin setzt
er sich ans E-Piano oder mimt den Vorsitzenden  eines Kirchenchores  und beweist  zweifellos  Milieukenntnis.
Seine Querschläge zu gefälligen Klischees von  Politiker-Schelte  bis zu den  vermeintlichen Höhepunkten des
alltäglichen Geschlechterkampfs machen rechtzeitig vor  der  Grenze  zur  Geschmacklosigkeit halt.  Auf  diese
Weise bescheren Jaques und Detlev Schönauer den Massenheimern einen rundum vergnüglichen Abend.

Veröffentlicht im Main-Taunus-Kurier 

 

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