Kritiken und Presseberichte:"Blind Date (mit Alice Hoffmann)"
S'Hilde kann's auch ohne Heinz 
Alice Hoffmann und Detlev Schönauer mit saarländischer Spitzen-Comedy  in Deidesheim 

's Hilde  ist  zurückgekehrt.   Am  Mittwochabend  stand   die   Ex-Gemahlin  von  Heinz  Becker,  dem  typischen
Saarländer,  der  nicht  nur  seine  Familie,  sondern  auch  seinen  rasenmäher  traktiert,  auf  der  Bühne  in  der
Deidesheimer  Stadthalle. Von Heinz, "der jetz e anneres hat", hat sich Hilde getrennt. Gleichzeitig, um sich von
"dem annern"  zu  unterscheiden,  das  er  wohl  auch Hilde nennt,  stellt sie sich mit ihrem Mädchennamen und
ihrem dritten Vornamen - nämlich als  Vanessa  Backes vor.  Und  diese  Vanessa  (Alice Hoffmann)  macht  eine
neue Bekanntschaft, und zwar mit Jacques (Detlev Schönauer),  dem Besitzer des gleichnamigen Bistros.  Und
was Vanessa und Jacques auf der  Bühne von  sich  geben,  ist einfach umwerfend komisch.  Ob in Monologen
oder Dialogen  oder  im  Gespräch  mit  dem  Publikum - Alice Hoffmann  und  Detlev Schönauer spielen mit den
Wörtern,  jonglieren  mit  den   Bedeutungen,   ergehen   sich   in   Anspielungen   und   Doppelsinnigkeiten  und
vergessen natürlich nicht,  die  Saarländer  und  vor  allem  die  Pfälzer  auf die Schippe zu nehmen. Die wahren
"Comedy-Themen", Unterschiede zwischen  Männern  und  Frauen,  Tabus  rund  ums  Abführen  oder  einfach
Slapstick dürfen nicht fehlen.  Die Story,  die  der  Comedy  zugrunde liegt, ist gleich erzählt. Jacques, der keine
Gelegenheit hat,  eine Frau  kennenzulernen,  hat  eine  Kontaktanzeige  aufgegeben.  's Vanessa  hat  g'schrieb
und sucht  nun  das  Bistro,  den  Treffpunkt  für  das  "Blind Date", auf.   Sie  sei  künstlerisch  begabt,  singt  im
Kirchenchor und mag Karaoke, und arbeitet  im  Landtag.  "Ich  habe  ein  gutes  Einkommen,  mit  dem  ich  gut
auskomme",  hat sie in ihrem Brief an Jacques geschrieben.  Jacques,  der alternde  Junggeselle  ist  gespannt,
wer da wohl kommt.  Bis es soweit ist,  schwadroniert  er  über  die  Eigenheiten  der  Saarländer, " die  sinn  wie
Kakerlake,  die  triffschde  üwerall  uff  der  Welt".  Auch  die  saarländiche Grammatik wird den Pfälzer Zuhörern
erläutert:  Gesteigert  wird  ein  Eigenschaftswort  einfach  durch  Anhängen  von  "sau",  also  "saugudd".  Das
Essen bei Freunden würde aber niemald als "sauschlecht" bezeichnen.  Daher sagt der Saarländer:  das  do  is 
mol ebbes anneres. Typisch weiblich läßt sich Vanessa bei Kaffee und  einem riesigen Stück Torte über diverse
Diäten aus, die sowieso alle nichts taugen. Im Gegenteil "mit schlim fasten"  hat sie sogar  noch fünf Kilogramm
zugenommen. Vielleicht hätte sie den Trunk  vor  statt nach dem Essen einnehmen sollen?  Über  ihr  Leben mit
ihrem Verflossenen, über die Trennung - " es  is  mer  um  die  Möwel läd g'wän" - sowie das Verhältnis zu ihrem
"Kollesch",  "de Hausmeischder Herbert",  der  aussieht  wie  der  Hans Meiser,  wenn  auch  die  Haare nicht so
grau sind und er keine Brille trägt, berichtet sie im  Gespräch  mit  Jacques.  Geradezu  dadaistischer  Hochform
läuft  Alice  Hoffmann  in  der  Analyse  des  traurig  endenden  Lebens  der  Lady Di  mit dem Dodi auf, die "do in
Paris" waren. Das "Gestammel" gipfelt in "die Da do war de Dieter do"... Am  Ende  der  ersten  und  vor allem im
zweiten Teil zeigt Schönauer die wahre Bandbreite seines Könnens.  Saarländisch - mit  französischem und bei
Bedarf italienischem Akzent - und Pfälzisch parliert er perfekt.  Makellos  fegt er  über die  Klaviatur  des  Flügels,
begleitet Vanessa, die, nicht zurückstehend,  rezitiert, steppt und singt.  Die  Zuschauer  bedanken  sich  für  das
rund zweistündige Programm,  in dem sie viel über die westlichen Nachbarn,  vielleicht  auch  über  sich  gelernt
haben,  mit  lang  anhaltendem   Applaus.   Endgültig  Schluss   ist  nach  der  Zugabe  -  ganz  auf  Saarländisch:
"Alla g'Nacht!" 
von unserer Redakteurin: Regina Wilhelm (Rheinpfalz, Freitag, 22.11.)

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Hemer, Donnerstag, 12.12.2002
Komik und Sprachwitz        

Alice Hoffmann und Detlev Schönauer: Gelungenes "Blind date"

Hemer. (rok) Gleich  zwei  Mal  warteten  Alice  Hoffmann  und  Detlev  Schönauer  vor  ausverkauftem   Haus  mit
ihrem  Programm  bei  "Kunst im Hof" auf:  Am  vergangenen  Dienstag und Mittwoch  trafen  die beiden sich bei
einem "Blind  Date  in  Jacques' Bistro"  auf  der  Bühne.  Zunächst  plauderte  der  charmante  Jacques  in  einer
Mischung  aus  französischem  und  saarländischem  Dialekt  ein  wenig  mit  dem  Publikum und verriet, dass er
eine Kontaktanzeige geschaltet hatte.  Diese  war  nicht  unbeantwortet  geblieben  und  auch  den  Antwortbrief
einer Vanessa enthielt er seinen  Besuchern  nicht  vor.  Nur  eine Rose am Knopfloch  sollte die  Unbekannte zu
erkennen geben. Wenig später betrat eine geschwätzige, etwas  naive  Saarländerin  das  Bistro  und  jagte  dem
Ladenbesitzer  Jacques   einen  gehörigen  Schrecken  ein -  sie  trug  eine  rote  Rose  am  Knopfloch.  Während
Vanessa Backes im Bistro bewirtet wurde,  entwickelte sich zwischen den  beiden eine Kommunikation,  die das
Publikum   mit  Komik  und  Sprachwitz  oft  zum  Lachen  brachte.  Vanessa  erzählte  ausschweifend  von  ihrer
gescheiterten Ehe,  philosophierte  über Gewichtsprobleme  und plauderte  über  "botanische"  Freundschaften.
Jacques überraschte mit Musikeinlagen am Klavier  und  einer  herzlich  ironsichen  Gelassenheit,  mit  der er die
Redeschwalle  der  Besucherin  zu  ertragen  -  und   zu   kommentieren  wußte.   Das  Aufeinanderprallen  dieser
beiden "Extrem-Charaktere" bot ein heiteres und  witzgeladenes  Bühnenstück,  dessen Darsteller neben vielen
Lachern  auch eine Menge Applaus ernteten.

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Rhein-Neckar-Presse  
Donnerstag, 16.1.2003

"Botanische Liebe" mit Stepptanz bei Pfälzer Rebensaft

Saarländische Kabarettisten Alice Hoffmann und Detlev Schönauer  begeistern  Publikum in  Hans-Pfeiffer-Halle
mit "Blind Date" 

Lampertheim  -  Von  Beginn  an  konnten  die  beiden  aus  dem  Fernsehen  vielen  Zuschauern bekannten Top-
Kabarettisten  Alice Hoffmann und Detlev Schönauer in der  gut besetzten Hans-Pfeiffer-Halle das  Publikum  für
sich  einnehmen.   Die  beiden   Comedy-Stars   aus   dem   Saarland   trafen  sich  zum  "Blind Date"  in  Jacques
Restaurant . Beide überzeugten durch Situationskomik und hatten stets ie Lacher auf ihrer Seite.
Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Gilbers

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Das ging los beim Applausknopf, mit dem das Publikum zum  Klatschen  animiert  wurde  und  endete  mit  nicht
enden wollendem Pfeif- und ??????? 

Vanessa  Backes  gibt  sich  ein  wenig  unbedarft   und  nicht  übermäßig   intelligent.   Ständig  sucht  sie   nach
Begriffen.  So  meint  sie  Inkontinenz,  wenn  sie  Inkompetenz sagt, oder sie sagt botanische statt  platonischer
Liebe. Detlev Schönauer ?????? 

sichtlich etwas anderes erwartet, als die Dame, die auf seinerecht  übertriebene  Kontaktanzeige  gekommen ist.
Die Bestellung eines kleinen  Stückchen  Kuchen  endet in  einem riesigen  Tortenstück mit Sahne,  das der Wirt
als Nullkalorienkuchen bezeichnet. Dazu wünscht Vanessa Musik  -  zum Beispiel die von dem, der wie der Fluß
heißt,  gemeint  ist  Offenbach.    Zwischendurch   stellt   sie   fest,   daß   es   gehupst   wie  gedupst  sei,   ob   die
Sahne ??????
digen  Anspielungen  auf  die  Besonderheiten der  Saarländer und stets für Heiterkeit sorgenden Aussprüchen.
So meint Jacques, daß man als Saarländer die Pfälzer  sowieso  zum Fressen  gern habe,  aber  warum  man sie
nun auch noch trinken könne (gemeint ist Pfälzer Wein) sei ihm ein wenig schleierhaft. 
Vanessa, die entweder redet oder auf dem Klo verschwindet, berichtet in urkomischer  Weise  von  ihrem  ersten
Ehemann ???????? 

Putzfrau  und der Herbert ist der Hausmeister.  Außerdem  ist die Dame künstlerisch tätig.  Sie  hat  Unterricht  in
Stepptanz und führt  ihr Können  selbstverständlich  zur Freude des Publikums vor.  Immer wenn sie mal wieder
verschwinden muß, ist Jacques mit seinen Berichten von der Feier, die er im Bistro ausrichtet, an der Reihe. So
ganz nebenbei kommt er dann auf die Kirche zu sprechen, und wie man sie attraktiver gestalten ???????
sein  Lohn  für  eine  hervorragende  am  Klavier  und  gesanglich  gebotene  Vorstellung, wie man Schlager und
Hits der unterschiedlichsten Epochen als Kirchenlieder verwenden kann. 
Wird die Welt bald regiert von Dummschwätzern ? 
Eine tolle Feststellung von ihm ist:  "Der Klügere gibt nach" führe  dazu,  dass am Schluss die Welt  von Dumm-
schwätzern regiert werde?????? 

tes Gedicht, bei dem die Freundin Erika  mitgeholfen  hat,  damit  es  sich  nicht  reimt.  Erika  hat  übrigens  auch
festgestellt, dass man manchmal  Menschen trifft,  von denen man meint,  dass sie gestorben sind,  dabei waren
sie nur verheiratet. Nach dem Genuss einiger Obstschnäpse  kommen sich die Heiratswilligen doch  näher,  und
man liegt  sich  in  den  Armen.  Die  Beiden  haben  mit  ihrem  Auftritt  den  Nerv  des  Publikums  getroffen  und
ka???????       

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Mannheimer Morgen, Do, 16.1.2003 

Saarländische Comedy-Kanonen   
     
Alice Hoffmann und Detlev Schönauer lassen's krachen. 

Lampertheim.   Zwei  saarländische  Comedy-Kanonen  der  Extraklasse  trafen  jetzt   in  der  Hans-Pfeiffer-Halle
aufeinander  und  sorgten  dafür,  dass  das  Publikum  beim  "Blind Date in Jacques'  Bistro"  jede  Menge Spaß
hatte.  Über  zwei  Stunden  lang  unterhielten Alice  Hoffmann und Detlev Schönauer ihre Gäste.   Das Publikum
hatte  zum  Teil   einen   weiten   Weg   auf   sich    genommen    um    den   Auftritt   der   bekannten  Kabarettisten
mitzuerleben. Sogar aus dem Saarland waren einige angereist.  Ein  wenig  aufgeregt  wirkte " es  Hilde"  schon,
als sie sich ihrem Weg durch  das Publikum auf  die Bühne bahnt  -  schließlich  war  es  ihr erstes  "Blind Date".
Von ihrem ehemaligen Mann, dem Heinz Becker,  will die Hausfrau aus dem Saarland (Alice Hoffmann) übrigens
schon lange nichts mehr wissen, wie sie betont.  "Als ich  mal die  Treppe  runtergefallen bin,  hat  er  doch  glatt
gesagt, wenn ich eh  schon unten sei,  soll ich ihm auf dem Rückweg einen Kasten Bier  mitbringen!"  Eigentlich
heiße es ja, der Klügere gebe nach.  "Aber dann würd' die Welt  ja  bald  von   Dummschwätzern  regiert!"  Dabei
habe  sie  wirklich  alles  versucht,  ihre  Ehe  mit  Heinz  zu  retten.  Sogar  eine  Farb-  und  Stilberatung habe sie 
gemacht.  Doch alles, was ihrem Heinz dazu einfiel war:  "Ach  Gott,  hann  mer  Fassenacht?"  Ihre  Brigitte-Diät
habe   er  überhaupt  nicht   bemerkt.   Allerdings   machte  ihr  diese   auch  nicht  wirklich  Spaß.  "Isch  hann  so
komische  teure  Sachen  wie  Roastbeef  essen  sollen;  da  han  isch mir doch lieber ein Schnitzel in die Pfanne
geschmiss."  Nachdem sich Hilde  von  ihrem  Haustyrannen  emanzipiert   hatte,  machte sie sich erneut auf  die
Suche   nach  der  großen  Liebe.   In  Jacques'  Bistro   hofft  sie,   fündig  zu  werden.   An  einer  roten  Rose  im
Knopfloch  sollte  sie  ihren  Verehrer  erkennen.  Der  aus  Paris  stammende  Kneipenbesitzer  Jacques  (Detlev
Schönauer) sprach im Gegensatz zu Hilde nicht  über  seine  vergangenen   Liebschaften.  Doch  auch  er  fühlte
sich einsam und hatte deshalb eine Kontaktanzeige aufgegeben. Als Hilde sein Bistro betrat,  war  er erst einmal
 wenig begeistert  und versteckte seine rote Rose vorsorglich unter der Weste.  Doch  mit  der  Zeit  fand er doch
noch Gefallen an der resoluten Frau in ihrem hellblauen  Kostüm  und der  großen Brille  auf der Nase.  Nach der
Pause  begrüßte  Jacques  das  Publikum  mit  drolligen  Toilettengeschichten.  Er  berichtete  von  rauschenden
Gebirgsbächen,   dem   richtigen   Einstrahlwinkel   und   perfekten   Randpinklerinnen.    Auch   die   "weiblichen
Toilettenprozessionen"  bedachte  er  mit  ein  paar  bissigen  Bemerkungen  -  sehr  zur  Freude des Publikums.
Dieses raste spästestens völlig aus, als Hilde mit Jacques Bruderschaft trank und infolge des  hochprozentigen
Getränks immer lustiger wurde.  Auch  ihr  französischer  Verehrer kam  in Fahrt.  Er gab sich Hilde als ihr "Blind
Date"  zu erkennen  und setzte  sich an  seinen  Flügel,  weil ihm  nach Musik  zumute war.  Im Publikum hatte er
inzwischen   den  Lampertheimer  Pfarrer  Peter  Hammerich  erspäht, dem er prompt Vorschläge  zur modernen
musikalischen Ausgestaltung des Gottesdienstes machte. "Beginnen   Sie  ihren  Auftritt  in der Kirche doch mal
mit Nebel und Stroboskop, das wirkt!"  riet  er  dem  Geistlichen  Rat.  Die Zuschauer tobten.  Den letzten Teil des 
Programms wollten Hilde und ihr Verehrer  dann lieber unter  Ausschluss  der  Öffentlichkeit  stattfinden  lassen,
wofür das Publikum natürlich Verständnis hatte.  Mit tosendem Beifall  verabschiedete es die beiden Saarländer
Originale, die kein Auge trocken gelassen hatten. sök 

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Darmstädter  Echo, 13.2.03 

Stepptanz zum "Radieschen"-Marsch 

Revue - Alice Hoffmann und Detlev Schönauer begeisterten das  Publikum im ausverkauften Reinheimer Hofgut
mit Humor aus dem Saarland 

von Marcel Mandel 

REINHEIM. "Wann gehen Politiker zur Toilette?" Für den Bistroinhaber Jacques ist das ein ebenso bewegendes
Problem  wie  die  Frage,  "stellt  sich  Roland  Koch  gemeinsam  mit  anderen  vor  die  Rinne,  um  sein  Wasser
abzuschlagen?" Jacques kann sich das jedenfalls nicht vorstellen.  Denn:  "wo  sind  dann  die  Body-Guards?"
Es sind die alltäglichen  Widrigkeiten,  mit denen er sich da herumschlägt:  auf seine  Fragen weiß  dashalb auch
seine Partnerin Vanessa Backes keine Antwort.  Als  sie  noch  gemeinsam  mit  Heinz Becker auftrat, war sie als
"es Hilde" landauf, landab bekannt.  Aber heute hat sie mehr zu sagen  als  damals.  Es  sind  Sätze  wie  "es gibt
einen Frauenüberschuss,  weil  es mehr  zum  Putzen  als  zum  Denken  gibt!"  Am  Dienstag  und  am  Mittwoch
waren Jacques und Vanessa,  die Kunstfiguren von Alice Hoffmann und Detlev Schönauer,  im Hofgut Reinheim
zu Gast. Hoffmann und Schönauer  präsentierten dabei  weniger  Kabarett  und mehr eine Revue. "Ei, Sie hugge
jo   schunn   do?",   fragte  sich  verwundert  Vanessa,   als  sie  in  den  Saal  kam:  die  Saarbrücker  Mundart  ist
gewöhnungebedürftig.  Doch  es  könnte  noch  schlimmer  kommen:  "Verstehen  Sie  den  Saarlouiser Dialekt?
Das ist wie Abenteuer-Urlaub",  wird das  südhessische Publikum aufgeklärt.  Und außerdem übersetzt Jacques
alle kritischen begriffe aus dem Bundesland,  in dem alles ein bisschen kleiner ist.  Im Saarland duzen sich nach
Aussage  von  Vanessa Backes  und  ihrem  Wirt die  Menschen  denn auch schneller als anderswo.  Das tun sie
nicht nur, weil sie sich ständig über  den  Weg  laufen,  sondern  auch,  weil  man  dort  angeblich  die  Vornamen
besser  behalten  kann.  Noch  etwas  ist  zu  lernen:  Vereine  soll  es  im Saarland geben wie Sand an der Saar -
"Gesangvereine für Leute, die gern singen möchten, und Taubenvereine für Leute, die gern hören möchten".
Aber  auch  Jacques  ist  lernfähig:  er  erfährt   vom   Publikum,   dass    der  saarländische  "Laaf-Dabber"  ("lauf
schnell") auf gut hessisch "Dünnschiss" heißt. Die  Stadt  Reinheim  hätte  an  diesem  Abend  sicher  weit  mehr
Karten  verkaufen  können.  Das  liegt vor allem an der  Beliebtheit von Alice Hoffmann: Die Zuschauer kreischen
vor Vergnügen, sobald sie die Bühne betritt.  Auch an diesem Abend zog sie  alle Register:  Bei  einer  Gesangs-
einlage, als ihre Vanessa Backes das hohe  "C"  so  scharf traf,  dass die Gläser auf den Tischen vibrierten. Oder
als  Jacques  auf  dem  Klavier  den  "Radieschen-Marsch"   von   Johann   Strauß   anspielte,  der  eigentlich  als
Redtzky-Marsch  bekannt  ist:   Vanessa  began  zu  steppen,   und  es  brauste  Applaus  auf,   so  dass  man  die
klackernden Schuhe bald nicht mehr hörte.  Die Kunstfigur hat  für diese  Revue  neue Facetten dazubekommen.
Aber am besten ist sie immer  noch  als  saarländische  Hausfrau,  denn  zwischen  deren  derben  Späßen  blitzt
manch tiefe Einsicht auf wie:  "wenn immer nur der Klügere nachgibt, wird die  Welt bald von  Dummschwätzern
beherrscht."       
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